MEIN JOB - MEINE WELT (BLOGPARADE)

Bald beginnt das neue Jahr und somit blicke ich auch ein bisschen auf die vergangenen Monate zurück um mir ein Resüme über 2016 zu bilden. Wie schon in den letzten 2-3 Jahren läuft es grob gesehen sehr gut, im Detail ist aber immer noch etwas finetuning angesagt.  Zuerst aber einmal alles vom Anfang an:

Mit 16 Jahren habe ich neben meiner Modeschulausbildung angefangen im Verkauf für eine Modekette zu arbeiten um mir mein Taschengeld aufzubessern. So konnte ich schon vor meinem Schulabschluss in die Arbeitswelt hinein schnuppern und stellte schnell fest, dass ich gerne die Möglichkeit habe mich weiter zu bilden undmein Wissen weiterzugeben. Während meiner Studienzeit wechselte ich von der Modebranche zum Schmuckdesign und anschließend ins Fotolabor und hier fand ich schnell heraus, dass alleine herumsitzen und auf Kunden warten absolut nicht meine Stärke ist. Lieber phasenweise zu viel Arbeit als Nichts tun.

So fand ich nach einigen Praktika im Kunstbereich, wieder in den Handel mit Mode zurück und musste diesem sowohl aus körperlichen als auch geistigen Problemen, nach fast zwei Jahren, endgültig den Rücken kehren. Ich hatte hier zwar die Möglichkeit mich in einem geringen Maße weiter zu bilden und auch die Arbeit an sich war Großteils gut aufgeteilt (immer wieder stressig, aber auch Verschnaufpausen vorhanden), jedoch rannte ich 20 Stunden in der Woche mit Stöckeln auf Beton herum und konnte nach einem langen Dienst nur mit Ach und Krach den Heimweg bestreiten. Zusätzlich dazu und für mich noch ausschlaggebender, konnte ich nicht mehr hinter der Firmenphilosophie stehen und wollte meinen Kund_innen keine Ware verkaufen, hinter der ich nicht mehr stehen konnte. Hier ging es noch gar nicht um den veganen oder fairen Aspekt, sondern primär um den Umweltaspekt. Ware die keine drei Waschgänge überlebt, aber fast einen dreistelligen Eurobetrag kostet ist für mich keine langlebige Ware, sondern höchstens Bekleidung für eine Saison.

Und jetzt?

Meine Ausbildung war zu Ende, jedoch fand ich im Eventmanagement keinen Job mit dem ich in Wien bleiben konnte. Durch das "Künstler AMS" auch bekannt als Team 4 konnte ich einen Kurs als Vorbereitung zur Selbstständigkeit besuchen und mich anschließend unter den wachsamen Augen eines Unternehmensberaters tatsächlich selbstständig machen.

Wer jetzt glaubt meine Geschichte wäre damit am Ende, täuscht sich gewaltig. Denn die Selbstständigkeit ist harte Arbeit und eine Portion Glück - achja und Zeit! Es braucht nämlich Zeit bis sich eine neue Dienstleistung herumgesprochen hat, man sich einen Namen in der Branche gemacht hat und das Einkommen ansatzweise die Ausgaben decken kann. So suchte ich nach einigen Monaten nach meiner Gründung der Eventagentur Hellbunt Events einen ökologisch und sozial vertretbaren Teilzeitjob der sich mit meiner eigenen Firma vereinbaren lässt und wurde bei der Suchthilfe Wien fündig,  bei der ich schon in meiner Studienzeit bei der Planung eines internationalen Kongresses mitgearbeitet habe.

Nun arbeite ich als Angestellte 25 Stunden (Vormittags bis zum frühen Nachmittag) im Büro von checkit (Einrichtung der Suchthilfe Wien) und übernehme den organisatorischen Bereich der Fortbildungen und Events. Nachmittags und am Wochenende arbeite ich nochmals 15-20Stunden für meine Kund_innen im persönlichen Eventbereich. Damit mir mit den beiden Jobs nicht langweilig wird - oder besser gesagt - weil ich immer eine neue Herausforderung brauche, habe ich mit meinem Mann diesen Blog vor über einem Jahr gegründet um mein Wissen im Bereich Nachhaltigkeit und veganem Lebensstil auch an andere Interessierte weitergeben zu können.

Gut und schön, aber ist das alles das Richtige für mich?

Ich kann diese Frage zu 80% mit Ja beantworten. Ich liebe den nachhaltigen und sozialen Aspekt in meinen Arbeitsfeldern und habe im Büro die Möglichkeit in einem kleinen Team zu arbeiten,  in meiner eigenen Firma im Gegenzug Großteils autonom zu handeln und mit Kooperationspartner_innen Neues zu erschaffen. Außerdem kann ich in allen drei Jobs mein Wissen weiter geben und habe das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun.

Ich liebe meinen Job!

Warum fehlen nun 20% zur absoluten Zufriedenheit?

Im Buch "Ich liebe meinen Job - Dachte ich jedenfalls" wird man charmant aber mit Nachdruck angeregt, seinen Arbeit genau zu betrachten und mögliche Störfaktoren oder Probleme zu sehen, diese für sich zu beheben oder die dazugehörigen Konsequenzen zu ziehen um nicht unglücklich in seinem Büroalltag stecken zu bleiben.

Ich habe diese Herangehensweise ausprobiert und mein Fazit ist:

Hätte mein Tag 36 satt 24 Stunden wäre alles perfekt, da dies aber nicht der Fall ist merke ich immer mehr, dass ich mit meinen Ressourcen besser hantieren muss um auch meiner freien Zeit, meinem Privatleben und meinen Hobbies ausreichend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. In den letzen Wochen habe ich mir wieder mehr Ruhephasen in mein Leben eingebaut (Yoga, groß aufkochen, lesen in der Badewanne und Spaziergänge mit meinem Mann) und merke wie wichtig mir diese Dinge sind und genau deshalb reduziere ich hiermit die Aufträge die ich mit Hellbunt Events für das Jahr 2017 annehme und tue etwas ausschließlich für mich - die Fortbildung zur veganen Ernährungsberaterin, die mich seit geraumer Zeit interessiert und die nun auch im deutschsprachigen Raum mit Zertifikat möglich ist.  Zusätzlich dazu wird meine Anwesenheit auf sozialen Medien auf ein Minimum gedrosselt und mein Handy/Pad bleibt bei privaten Terminen und in meinen Ruhephasen einfach aus oder auf stumm. Ablenkungen während meiner Arbeit zu Hause (und davon gibt es mehr als man denkt, ganz unabhängig von Facebook, Telefon und To do Liste) versuche ich zu entsagen um in den Arbeitsflow überhaupt kommen zu können und ich merke wie meine kreative Ader, diesen Prozess schätzt.

Wie sieht es bei euch aus, fühlt ihr euch pudelwohl in eurem Arbeitsverhältnis oder gibt es da Dinge die ihr gerne ändern wollt?

Mehr Erfahrungsbericht gibt es auf der Facebookseite von Alexandra Götze und Ihrem Buch "Ich liebe meinen Job"

 

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