KUECHENMATERIALIEN

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Pfannen, Kochtöpfe, Backformen und Co. werden heutzutage aus verschiedensten Materialien gefertigt und es gibt eine große Auswahl an Produkten. Doch wie steht es um die ökologische und gesundheitliche Verträglichkeit dieser Materialien? Hier die wichtigsten in alphabetischer Reihenfolge:  

Aluminium

Viele Küchenutensilien werden heutzutage aus Aluminium gefertigt. Niedriges Gewicht, erschwingliche Preise und gute thermische Eigenschaften sprechen für sich. Doch es gibt auch gravierende Nachteile.

Aus ökologischer Sicht ist Aluminium vor allem ein großes Problem - selbst recycletes Aluminium ist in seiner Gewinnung ressourcenaufwändiger als neu gewonnenes Eisen. Die in der Aluminiumgewinnung entstehenden giftigen Schlacken verseuchen zudem oft ganze Landstriche.

Hinzu kommen - je nach Anwendung - gesundheitliche Risiken von Aluminiumprodukten. Diese dringen in letzter Zeit glücklicherweise immer öfter in die Medien - besonders im Kosmetikbereich, teilweise jedoch auch im Gastronomiebereich. Speziell problematisch sind (unbeschichtete) Aluminiumbackbleche, wenn diese in Kontakt mit Laugen (etwa bei Laugengebäck) kommen, da hier das Aluminium in großen Mengen gelöst wird.

Die klare Empfehlung kann bei Küchenprodukten aus Aluminium also nur lauten: Hände weg!

 

Glas

Abgesehen von der erhöhten Bruchgefahr und den damit verbundenen Problemen gilt für Glas dasselbe wie für Keramik: Ökologisch 1A, gesundheitlich absolut unbedenklich.

 

Gusseisen

Gusseisenpfannen unterscheiden sich grundlegend von allen anderen gängigen Pfannentypen. Sie erfordern besondere Behandlung, sind insbesondere nicht Spülmaschinenfest und weisen aufgrund ihrer guten Wärmeleitfähigkeit andere Brateigenschaften auf. Detailliert auf all das einzugehen würde den Rahmen dieses Artikels sicherlich sprengen - ich beschränke mich also auf folgendes:

Hat man sich an die Handhabung einer Gusseisenpfanne gewöhnt, stellt diese keinen besonderen Aufwand dar (eher im Gegenteil). Gusseisen ist ein vergleichsweise umweltschonender Rohstoff, der gut verarbeitet werden kann und dann äußerst lange haltbar ist - die resultierenden Pfannen sind somit ökologisch höchst positiv zu bewerten. Die praktischen Aspekte zu bewerten bleibt euch selbst überlassen - ich persönlich bin begeistert von meinen beiden Gusseisenpfannen, die mir seit Jahren beste Dienste leisten.

 

Keramik

Antihaftbeschichtungen in Pfannen waren lange Zeit ausschließlich aus Teflon - bis die Keramik ihren Anteil des Marktes eroberte. Heute findet man insbesondere auf hochqualitativen Pfannen oft Keramikbeschichtungen, jedoch auch zunehmend im Billigpreisbereich.

Keramische Werkstoffe (man sollte sie nicht zu sehr pauschalisieren, da es sich zum Teil um sehr unterschiedliche Stoffe handeln kann) gehören zu den vom Menschen längstbenutzten Materialien. Demenstsprechend sind sie gut verfügbare, meist relativ natürliche Werkstoffe - und insbesondere chemisch sehr stabil.

Gerade das ist auch der größte Vorteil: Keramik bleibt selbst bei sehr hohen Temperaturen unverändert und ist daher ideal für den Gebrauch in der Küche geeignet. Darüber hinaus zeichnet sie sich durch ihre Härte aus, die Antihaftbeschichtungen auch bei häufigem Gebrauch glatt und stabil bleiben lässt. Gleichzeitig behält Keramik die Vorteile anderer Antihaftbeschichtungen - vom Benutzungskomfort bis hin zur Möglichkeit des fettreduzierten Bratens.

Übrigens: Neben den im Verkauf immer öfter als großartig-innovativ angepriesenen Pfannen mit Keramikbeschichtung gehören auch die etwas aus der Mode gekommenen Emailbeschichtungen (etwa an Kochtöpfen) zur Gruppe der Keramikbeschichtungen.

Kunststoff

Im Bereich der Kunststoffe ("Plastik") gibt es sehr große Unterschiede und die unterschiedlichen Materialien sind - insbesondere für Nichtfachleute - schwer zu unterscheiden, weshalb pauschale Empfehlungen kaum seriös gegeben werden können. Die meisten Kunststoffe werden aus Erdölprodukten hergestellt, weshalb sie zumindest in ökologischer Hinsicht eher im Mittelfeld anzuordnen sind. Als Faustregel gilt: Je härter ein Kunststoff, desto weniger Weichmacher enthält er und desto weniger gesundheitsschädlich ist er.

 

Silikon

Silikon ist schon seit langem als Material aus der Baubranche bekannt. Neben seiner Verwendung in der plastischen Chirurgie ist es in letzter Zeit auch bei Küchenutensilien auf dem Vormarsch.

Besonders bei Back- und Gussformen (für Pralinen, Eiswürfel, etc.) kommen die Vorteile von Silikon zur Geltung: Durch seine Elastizität und Verformbarkeit lassen sich verschiedenste Formen modellieren, es ist einfach in der Handhabung, chemisch stabil (also hitze- und spülmittelfest) und hat eine glatte, leicht zu reinigende Oberfläche.

Wie Keramiken sind auch Silikone typischerweise gesundheitlich unbedenkliche natürliche (und somit umweltfreundlich herstell- und entsorgbare) Materialien. Ein Nachteil bei Backformen kann allerdings das Wärmeleitverhalten sein, das sich von anderen üblichen Backformmaterialien deutlich unterscheidet, wodurch es schwieriger wird knusprige Krusten zu erhalten.

 

Teflon

Teflon (auch Poly-Tetra-Fluor-Ethen, kurz PTFE) ist seit einigen Jahrzehnten omnipräsent wo immer Küchengeräte präsentiert werden - insbesondere Bratpfannen und Backformen werden mittlerweile fast standardmäßig damit beschichtet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Antihafteffekt, einfache Handhabung und Reinigung, reduzierter Fettbedarf beim Braten... Doch auch die Nachteile sind gewichtig und bringen immer mehr Leute - wie auch mich - zum Umdenken.

Das große Problem ist, dass Teflon nicht hitzebeständig ist und bei höheren Temperaturen (wie sie auf dem Herd oder im Backrohr durchaus öfter vorkommen) in seine chemischen Bestandteile zerfällt - und diese giftig sind. Zwar ist das Gefahrenpotential für Menschen vergleichsweise niedrig (im Gegensatz etwa zu Vögeln, die in teflonnutzenden Küchen auch an den Vergiftungen sterben können), jedoch sowohl weitgehend unerforscht, als auch definitiv vorhanden.

Fazit: Teflongeschirr bringt wohl keinen Menschen um, jedoch spricht vieles für gesündere (und auch ökologischere) Alternativen. Anders verhält sich das bei Raumtemperatur: Hier gilt Teflon als sicher und findet zB. Verwendung in Medizinprodukten wie Venenkathetern.