WAS SCHENKE ICH BLOSS?

Grundsätzlich bin ich persönlich kein großer Freund des Schenkens nur um des Schenkens Willen - weil man das eben so macht. Meist schenke ich daher nur denjenigen Leuten etwas, für die ich wirklich gute Ideen habe. Oft gibt es dann aber noch enge Angehörige, denen etwas zu schenken mir schlicht ein Bedürfnis ist - nicht aus Brauchtum, sondern als Zeichen der Wertschätzung und weil ich trotz obiger Einstellung sehr gerne schenke. Doch wie jedes Jahr um die Adventszeit stellt sich bei manchen Leuten einfach die Frage: Was tun, wenn die Ideen fehlen?

Zeit schenken

Ein in Vergessenheit zu geraten drohender Klassiker. Nur noch selten schenken die Leute Zeit anstatt Waren - dabei kann gerade die eigene Zeit das persönlichste und schönste Geschenk überhaupt sein. Ob gemeinsames Kochen und/oder Essen, eine Massage oder ein gemeinsamer Ausflug in die Natur - es ist doch eines der wundervollsten Dinge überhaupt, Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen. Warum also nicht anstatt eines Buches einen Vorleseabend schenken? Oder anstatt einer CD ein kleines Privatkonzert? Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Und die Website Zeit statt Zeug bietet sogar vorgefertigte Gutscheine und Ideen dazu!

Tapetenwechsel

Das mit der Zeit ist eine gute Idee, aber etwas zu alltäglich? Dann verbinde es doch mit einer besonderen Aktivität - zum Beispiel einem Room Escape Spiel, Flugstunden, einer Wein- oder Schokoladeverkostung, Bunjee-Springen, ... Oft sind auch Aktivitäten im Alltag der einen Person einer anderen gänzlich fremd. Für viele ist ein Museumsbesuch, ein Spieleabend oder ein Besuch in einem Vergnügungspark ganz sicher etwas neues.

Gutes tun

Gibt es nicht für jeden und jede von uns Themen, für die unser Herz schlägt? Und zu jedem dieser Themen gibt es sicherlich mindestens eine (zumindest im weiteren Sinne wohltätige) Organisation, die in unserem Sinn arbeitet - Eine Spende an solch eine Organisation ist ebenfalls ein tolles Geschenk, das garantiert nicht im Mistkübel landet. Ob ein Umweltpatenschaft beim WWF, Unterstützung der Ärzte ohne Grenzen oder einer Spende an die Vegane Gesellschaft, um Veganismus in Österreich strukturell zu fördern - auch hier ist die Fantasie die einzige Grenze. Ein besonders aktuelles Beispielist übrigens die Bank für Gemeinwohl, die in ihrer Gründung Unterstützung in Form von Anteilszeichnung sucht:

... oder auch einfach garnichts!

Es gibt auch reichlich Menschen, für die die Adventzeit und der von ihnen gefühlte Schenk-Zwang mehr Belastung als Freude ist. Gerade für diese Menschen kann es eines der schönsten Geschenke sein, im Vorhinein zu vereinbaren, nichts zu schenkenm sodass sich beide Seiten keine Gedanken mehr um das Geschenkesuchen machen müssen. Hier mag allerdings etwas kommunikatives Fingerspitzengefühl gefragt sein, um tatsächlich beidseitige Entspannung zu ermöglichen. Einem gemeinsamen Feiern und gemütlichem Verbringen der Feiertage steht ja dennoch nichts im Weg. Möchte man selbst gerne etwas schenken, kann immernoch ein ehrlicher Hinweis auf die Optionalität des Schenkens, und, dass man keineswegs beleidigt wäre, nicht beschenkt zu werden, wenn die andere Person dadurch nur Stress hätte, ebenfalls vielen Menschen die Adventzeit verschönern.

Ich für meinen Teil würde mich sehr freuen, vermehrt solchartige Geschenke unter meinem Baum zu finden . Ich muss allerdings warnen: Vielleicht solltet manche dieser Ideen nicht unbedingt an Kindern ausprobieren - die haben da eventuell andere Prioritäten ;).